Kultur

Film über die Revolution 1956 eröffnet das deutsche Filmfestival in Budapest

Im September kommen die neusten Filmproduktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Budapest. Diejenige, die keine Zeit haben in die Hauptstadt zu kommen, können sich diese in Debrecen, in Pécs und in Szeged anschauen. Es ist bereits das siebte Mal, dass die Schweizerische Botschaft, das Österreichische Kulturforum und das Goethe-Institut gemeinsam Ungarn die Chance eröffnen, sich die letztjährigen Filmproduktionen aus diesen Ländern auf dem Szemrevaló ǀ Sehenswert Filmfestival anzusehen.

Das schweigende Klassenzimmer. Der Spielfilm von Lars Kraume eröffnet das 7. Sehenswert Filmfestival in Budapest am Donnerstag. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine ostdeutsche Abiturklasse, die sich anlässlich des Ungarischen Volksaufstands 1956 im Unterricht zu einer Schweigeminute für die Opfer entscheidet. Die Solidaritätsbekundung hat Reaktionen zur Folge, mit denen weder die Schüler noch ihre Eltern oder die Schulleitung gerechnet haben.

Außerdem kann das Publikum noch weitere sehenswerte Filme genießen. In 5 thematischen Blöcken werden 17 Filme plus eine Kurzfilmnacht aus der Schweiz vorgeführt. „Frau und Mann“, „Jetzt erst recht“, „Machtverhältnisse“, „Fortwährende Vergangenheit“ und „Familienfilm“, diese sind die unterschiedlichen Kategorien, von denen man wählen kann. Insgesamt 35 Aufführungen in 11 Tagen – das bietet das Festival.

Ein besonderes Augenmerk legt das Festival erneut auf Ehrengäste aus der Branche, die für Rundtisch-Diskussionen bereitstehen. So wird sowohl der Österreicher Stefan A. Lukacs anwesend sein, der Regisseur von Cops, als auch die Regisseure Adrian Goiginger („Die beste aller Welten“), Markus Goller („Simpel“) und Dieter Fahrer („Die vierte Gewalt“). Das Publikum kann seine Fragen auch an Tom Gramenz („Das schweigende Klassenzimmer“) und Anton Spieker („303“), den zwei deutschen Schauspielern im Verlauf des Festivals stellen.

Besonders interessant wird die Diskussion über den österreichischen Filmdrama „Murer – Anatomie eines Prozesses“. In diesem Gerichtsfilm wird anhand originaler Dokumente der Fall des angesehenen steirischen Politikers und Großbauers Franz Murer nachgezeichnet, der im Zweiten Weltkrieg von 1941 bis 1943 einer der Hauptverantwortlichen für die Tötung der Juden in Vilnius gewesen sein soll. (wikipedia.de) 1962 wird Murer aufgrund der juristischen Intervention von Simon Wiesenthal in Österreich dafür vor Gericht gestellt. Überlebende des Holocaust reisen an, um gegen ihn auszusagen.

Mit Dr. Ferdinand Trauttmansdorff, Leiter des Lehrstuhls Diplomatie I. der Andrássy-Universität kann man an einem anschließenden Publikumsgespräch über den Film teilnehmen.

Weitere Infos über das Programm finden Sie unter:

www.szemrevalofesztival.hu, facebook.com/szemrevalo

(Via: szemrevalofesztival.hu, budapester.hu, Beitragsbild: © Studiocanal GmbH Julia Terjung )