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Iranische Studenten in Quarantäne: „Es gibt manchmal Kommunikationsprobleme zwischen Patienten und KH-Mitarbeitern“

Ungarn Heute 2020.03.11.

In den letzten Tagen sind viele kontroverse Informationen über die iranischen Corona-Infizierten bekannt geworden: hvg.hu berichtete beispielsweise, dass mehrere iranische Universitätsstudenten stundenlang mit einem infizierten Patienten unter Quarantäne gestellt worden seien. Das operative Gremium teilte dahingegen am Dienstag mit, dass „Zwei iranische Coronavirus-Patienten mit den Ärzten nicht zusammenarbeiten wollen.“ Die iranischen Studenten erzählten ehrlich über die Situation im Krankenhaus. 

„Es gibt manchmal Kommunikationsprobleme zwischen Patienten und Mitarbeitern aufgrund von Sprachbarrieren, aber jeder macht seinen Job am besten“ – sagte einer der iranischen Studenten, der als Erster mit dem Coronavirus in Ungarn diagnostiziert wurde.

Ich schätze die Hilfe, die wir bekommen, sehr hoch, aber ich verstehe auch, wenn jemand Angst hat und in einer solchen Situation in Panik gerät

sagte er über seine iranischen Mitschüler.

Auch seine schwangere Frau, die gerade in einem Einzelzimmer ist, sagte dem Portal hvg.hu, dass das einzige wirkliche Problem die Kommunikationsschwierigkeiten bedeuten, da sie mit ihren Krankenschwestern nicht einmal sprechen könne und der Arzt besucht sie nicht jeden Tag. Sie ist der Meinung, dass die Panikreaktion hauptsächlich auf mangelndes Wissen und die Tatsache zurückzuführen ist, dass die Berichterstattung in den Medien häufig Angst bei den Menschen hervorruft. Deshalb beschloss sie, ihre Erfahrungen zu teilen.

Eine andere iranische Studentin, die unter Quarantäne steht, bestritt alle Anschuldigungen wegen des angeblich gewalttätigen Verhaltens der Studenten und betonte, dass sie alle Regeln befolgen. Sie hob auch hervor, dass obwohl das Personal im Krankenhaus nur sehr wenig Englisch spricht, sie immer versucht hat, jede Regel zu befolgen und sich angemessen zu verhalten.

Die Studentin befindet sich seit vier Tagen unter Quarantäne und wird voraussichtlich mindestens zwei Wochen bleiben. Bisher wurde sie einmal getestet und die Ergebnisse fielen negativ aus. Sie weiß nicht, wann der zweite Test gemacht wird.

Die Studentin sprach auch darüber, dass das Krankenhaus nicht über genügend Kapazitäten verfüge, „um diejenigen, die positiv testen, von denen zu trennen, deren Tests negativ ausfallen“. Zum Beispiel wurde der andere iranische Student (der bei zwei Tests negativ getestet wurde) mit einem anderen Patienten, der hohes Fieber hatte, hustete und positiv auf COVID-19 getestet wurde, in denselben Raum gebracht.

Laut der Studentin werden die WHO und andere internationale Protokolle im Krankenhaus nicht befolgt.

(Via: dailynewshungary.com, hvg.hu, index.hu, Beitragsbild: MTI – Zsolt Szigetváry)