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Kinga von Polen – Heute vor 800 Jahren wurde die ungarische Königstocher geboren

Ungarn Heute 2024.03.05.

Heute vor 800 Jahren wurde die heilige Kinga von Polen, ungarische Königstochter und seit 1715 Schutzpatronin von Polen und Litauen, geboren.

F. Olesiński: Heilige Kinga. Museum der Salzwerke von Groß Salz, Krakau. Foto Artur Grzybowski

Kinga (ungarische Form von „Kunigunde“) aus der Arpaden-Dynastie wurde am 5. März 1224 in Gran (Esztergom) als erstgeborenes Kind von König Béla IV. von Ungarn und Maria Laskaris, einer byzantinischen Kaiserstochter, geboren. Sie war die Schwester der heiligen Margareta von Ungarn und der seligen Jolenta von Gnesen bzw. Nichte der heiligen Elisabeth von Thüringen.

Jan Matejko:  Heilige Kinga. Foto: D. Kołakowski

Kinga war von Kindheit an tief religiös; sie legte schon früh ein Keuschheitsgelübde ab und weihte Gott ihr Leben. Im Jahr 1239 hielt der polnische Fürst Boleslaw um die Hand der fünfzehnjährigen Kinga an. Die junge Braut wurde in einem prächtigen Triumphzug von Gran nach Krakau geleitet. Ihr königlicher Gemahl achtete ihr Keuschheitsgelübde und legte sogar selbst ein Gelübde ab.

 

Die ungarische Prinzessin steuerte ihre gesamte Mitgift zur Verteidigung gegen die Tataren bei und spendete nach dem Tatareneinfall Geld für den Wiederaufbau des Landes,

indem sie Hospitäler, Kirchen und Klöster baute, darunter das Kloster von Alt Sandez (Stary Sącz), das von großer kultureller Bedeutung ist. Im Jahr 1249 kehrte sie nach Ungarn zurück, um ihren Vater um Hilfe für das in Not geratene polnische Volk zu bitten. Daraufhin erhielt sie das Salzbergwerk in der Marmarosch geschenkt. Im Jahr 1251 ließ sie die berühmten Salzminen von Groß Salze (Wieliczka) in Betrieb nehmen. Die Königin beteiligte sich oft an den Regierungsgeschäften und wurde vom Volk  für ihre karitative Tätigkeit hochverehrt. Am 2. März 1257 schenkte König Boleslaw V. seiner Frau aus Dankbarkeit für deren Aufbauarbeit die Gegend um Alt Sandez südlich von Krakau, wo sie ein Klarissenkloster gründete.

Kingas Salzstatue im Salzbergwerk von Wieliczka. Foto: Wikipedia

Im Jahr 1279, nach vierzig Jahren keuscher Ehe, betrauerte sie ihren Mann und bat anschließend um die Aufnahme in den Klarissenorden. Von da an widmete sie ihr Leben Gott, obwohl die Polen sie baten, die Regierung des Landes zu übernehmen. 1284 bis zu ihrem Tod war sie Äbtissin des Klosters in Alt Sandez. Dort erwarb sie sich einen Ruf als Unterstützerin kinderreicher Familien. Sie starb am 24. Juli 1292. Kinga wurde 1690 seliggesprochen und 1999 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Polnische Delegation in der Kathedrale von Gran (Esztergom), wo eine Gedenkfeier zu Ehren der heiligen Kinga stattfand. Foto: ELNÖ Facebook

„Die Kämpferin für ihre Sippe“, wie ihr althochdeutscher Name übersetzt lautet, liebte ihre zweite Heimat Polen und deren Menschen wie ihre eigenen.

Kinga verstand die Regierungsgeschäfte als Dienst und nicht als Machtausübung, insofern könnte sie ein Vorbild zumindest für die Politiker der Visegrád-Länder sein, die das christliche Erbe Mitteleuropas und die gemeinsame Geschichte auch heute als wegweisend empfinden.

Bestrebungen, die zahlreichen Querverbindungen zwischen Ungarn und Polen mittels Eingriffe in die Schulprogramme dem Vergessen anheimzustellen, wie neulich von der Regierung Donald Tusk in die Wege geleitet, sind zum Scheitern verurteilt, solange das christliche und humanistische Zeugnis von Menschen wie Kinga von Polen, János Esterházy, Ilona Andrássy oder Wacław Felczak, um nur einige Gestalten zu nennen, die beide Völker verbinden, im kollektiven Gedächtnis der beiden verbrüderten Nationen weiterlebt.

Foto: ELNÖ Facebook

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Via Magyar Kurír; heiligenlexikon.de Beitragsbild: Wikipedia