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Laut einem Automarktexperten sägt Europa an dem Ast, der ihm einst Wohlstand brachte

Ungarn Heute 2023.09.13.

Am Sonntag schloss die Internationale Automobilausstellung in München ihre Pforten. Vom ersten Tag der Veranstaltung an veröffentlichte die westliche Presse eine Reihe von Artikeln, die der europäischen Autoindustrie eine düstere Zukunft voraussagten. Das Nachrichtenportal Hiradó befragte den Automarktexperten Gábor Várkonyi über die Zukunft der europäischen Automobilindustrie und die Position Ungarns innerhalb der Branche.

Während die westeuropäische Presse in einer Reihe von Artikeln der europäischen Industrie eine düstere Zukunft prognostizierte, waren es auf der Veranstaltung nur die chinesischen Automobilhersteller, die „mit Zuversicht und Kampfgeist auftraten und zeigten, was ihrer Fahrzeuge leisten können“, sagte Várkonyi.

Die chinesische Automobilindustrie, die vor zehn Jahren noch belächelt wurde, ist inzwischen zum wichtigsten und stärksten Herausforderer der bestehenden Strukturen gereift.

Das zeigt sich auch daran, dass auf der Münchner Automobilausstellung mehr chinesische Automobilhersteller vertreten waren als europäische.

Foto: Facebook/BYD Auto Europe

Bezugnehmend auf einen Artikel der Nachrichtenagentur Reuters von letzter Woche, in der es heißt, dass die chinesische Autoindustrie hinter den Kulissen mit ernsten Problemen zu kämpfen hätte, erklärte der Experte, dass der chinesische Markt mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat wie alle anderen Märkte auch. Es gibt eine beträchtliche Anzahl von Autoherstellern aus China, die in naher Zukunft das Geschäft aufgeben werden, aber mindesten ein halbes Dutzend wird überleben und in der Lage sein, im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

Jedoch zwingen die europäische Politik und die Mainstream-Medien unsere eigenen Autohersteller in eine defensive Position, obwohl die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union grundsätzlich gegeben ist. Wir gehen in jeder Hinsicht von gleichen Wettbewerbsbedingungen aus, sagte Gábor Várkonyi.

Es gibt einen spürbaren Kreuzzug gegen das Autofahren, da bestimmte politische Kreise und intellektuelle Strömungen die Industrie als Feind sehen“,

betonte er.

Dem Experten zufolge haben viele Politiker in der Europäischen Union beschlossen, die Waffen in der Frage des Autobesitzes niederzulegen und sich kritiklos und unreflektiert der grünen Ideologie anzuschließen. Laut Várkonyi ist das keine gute Lösung, denn wie wir sehen können, gehen diese Stimmen immer weiter und wollen immer mehr.

„In der Zwischenzeit versuchen bestimmte politische Kreise, ihr Narrativ zu rationalisieren, dass das Autofahren furchtbar destruktiv und zerstörerisch ist, obwohl es bei weitem nicht der größte Verursacher von Emissionen ist“, sagte er.

Der europäische Automobilsektor sei der Sektor, der unserem Kontinent einen beispiellosen Wohlstand gebracht hat, und nun sägen wir kräftig an dem Ast auf dem wir sitzen, indem wir ihn zum größten Feind des Klimaschutzes in der EU erklären, trotz eines sehr starken Innovationsschubs in diesem Sektor, der von heimischen Fabriken erfüllt werde, so der Experte. Während die Europäische Union also Maßnahmen ergreift, die die Automobilindustrie bremsen, gibt es in China und den Vereinigten Staaten eine starke staatliche Unterstützung für die Branche, und Südkorea und Japan haben eine sichtbare Industriepolitik.

Tesla Model 3 bei der IAA MOBILITY 2023, Foto: Facebook/IAA

Der europäische Markt versucht zu konkurrieren, indem er Elektroautos produziert, aber sie basieren zu 80-85% auf chinesischen Rohstoffen, vor allem wegen der Batterietechnologie.

Da die meisten Marktführer in diesem Segment Chinesen sind, ist die europäische Autoindustrie im Grunde gezwungen, sich von China abhängig zu machen.

Zur Zukunft der ungarischen Automobilindustrie sagte Gábor Várkonyi, dass Ungarn in der Batterieproduktion in Europa eine herausragende Stellung einnehme, was nicht nur einen Wettbewerbsvorteil darstelle, sondern auch eine Bindungskraft, da die bereits hier ansässigen Automobilhersteller nicht abwanderten und Unternehmen, die expandieren wollten, sich auf diese Fabriken konzentrierten.

Auf der Münchner Automobilausstellung wurde auch ein Prototyp des neuen BMW-Modells vorgestellt, das den Namen Vision Neue Klasse trägt und ab 2025 im ungarischen Werk Debrecen gebaut werden soll. Das neue Modell bricht mit dem aktuellen Trend im Autodesign, denn in einer Zeit, in der die Autos immer größer und schwerer werden, wird BMW mit diesem Modell ein raffiniertes, elegantes und relativ leichtes Auto auf den Markt bringen, das stromlinienförmiger ist als die Elektroautos, die wir gewohnt sind.

Várkonyi sagte, dass das Auto in vielerlei Hinsicht bahnbrechend sei, da das Unternehmen ein batteriebetriebenes Elektroauto geschaffen habe, das deutlich billiger sei und weniger Energie zur Herstellung benötige.

Die Batterien der Neuen Klasse werden eine höhere Energiedichte und eine deutlich höhere Ladegeschwindigkeit haben. Andererseits wird es ein umweltfreundlicheres Auto sein, das als Grundlage für eine Kreislaufwirtschaft gebaut wird.

Fast das gesamte Auto wird im nächsten Produktionszyklus wiederverwertet. Außerdem verwendet das Unternehmen bei der Produktion dieser Autos ausschließlich grüne Energie.

Laut Gábor Várkonyi ist der BMW Vision Neue Klasse eine Weltklasse-Innovation und wir können sehr stolz darauf sein, dass er in Ungarn produziert wird.

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Via hiradó.hu, Beitragsbild: Facebook/BYD