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Die ungarische Nationalversammlung ist am 3. und 4. April 2025 Gastgeber der Frühjahrstagung des Wirtschafts-, Sozial- und Entwicklungsausschusses der Parlamentarischen Versammlung der Frankophonie (OIF). Das Wirtschaftsprogramm der Veranstaltung zielt darauf ab, den Parlamentariern, hauptsächlich aus Afrika und Südostasien, die Sektoren vorzustellen, in denen Ungarn über beträchtliches Fachwissen und Erfahrung verfügt und den Ländern der frankophonen Region potenzielle Kooperationsmöglichkeiten bietet.
In seiner Rede vor der Parlamentarischen Versammlung der Frankophonie betonte der Präsident der Nationalversammlung, dass die französischsprachige Welt den Respekt und den Dialog zwischen den Vertretern der nationalen Kulturen fördern und den Völkern der verschiedenen Kontinente helfen müsse, nicht nur miteinander zu kommunizieren, sondern sich auch gegenseitig zu verstehen.
Die Ungarn wollen diese Aufgabe mit den Französischsprachigen und den internationalen Gemeinschaften der Frankophonie teilen,
sagte er und fügte hinzu, dass sie davon überzeugt seien, dass das Verständnis und die Annäherung zwischen den Ländern und Völkern durch zwischenmenschliche Kontakte, insbesondere unter jungen Menschen, erheblich erleichtert werde. Aus diesem Grund stelle Ungarn im Rahmen des Programms Stipendium Hungaricum Universitätsstipendien im Wert von 30 Millionen Euro pro Jahr für fast 3 400 Studenten aus 36 Mitgliedsländern der Internationalen Organisation der Frankophonie zur Verfügung.
László Kövér wies darauf hin, dass es in der heutigen Weltpolitik viele verschiedene Konflikte gibt, wie die geopolitischen Kämpfe. Es gebe jedoch auch einen Konflikt, über den weniger gesprochen wird, obwohl er immer akuter wird. Dieser Konflikt sei der Kampf politisch illegitimer globaler Privatmächte gegen politisch legitime Staaten als lokale öffentliche Mächte.
„Jeder der 195 souveränen Staaten der Welt, wie sie von den Vereinten Nationen registriert werden, wird in gewissem Maße von privaten globalistischen Mächten finanziell, wirtschaftlich oder auch kulturell bedrängt“, so der Präsident und erklärte, dass das Ziel überall dasselbe sei: „die Bürger sollen ihrer demokratischen Rechte beraubt werden, damit private Mächte die effektive Kontrolle über sie als öffentliche Mächte übernehmen und sich ihrer wirtschaftlichen, finanziellen und natürlichen Ressourcen zu ihrem eigenen Vorteil bemächtigen können“, so László Kövér.
Unter diesen Umständen sei eine legitime und demokratische internationale Organisation wie die Parlamentarische Versammlung der Frankophonie, die Europa, Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika abdeckt, besonders wichtig.
Teilnehmer an der Veranstaltung der Frankophonen Parlamentarischen Versammlung im Parlament in Budapest (Foto: MTI/Soós Lajos)
Gleichzeitig machte der Präsident der Nationalversammlung auch auf die Bedeutung der französischen Sprache für Ungarn aufmerksam, sowohl für den Außenhandel als auch für die Wirtschaftsdiplomatie. Im Rahmen ihrer Politik der Öffnung nach Süden räumt die Regierung einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern Priorität ein. Dabei spielt auch die französische Sprache eine große Rolle, denn Französisch ist in vielen afrikanischen Ländern Amtssprache, so László Kövér.
Er erinnerte daran, dass das Französische Institut in Budapest seit 1948 die französische Sprache und Kultur fördert und 1992 sein neues Gebäude eröffnete. Das Institut bietet ein breites Spektrum an Kulturprogrammen, Ausstellungen, Sprachkursen und eine Buchhandlung für alle, die sich für die französische Kultur interessieren.
Zu der zweitägigen Veranstaltung waren Vertreter der 58 Voll-, 18 assoziierten und 19 Beobachter-Mitgliedsstaaten der parlamentarischen Weltorganisation der Frankophonie eingeladen.
Zur Vorbereitung der Generalversammlung wurde am 2. April vom Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten der Nationalversammlung und der Ungarischen Agentur für Exportentwicklung HEPA ein Wirtschaftsseminar organisiert. An der Veranstaltung nahmen ungarische Vertreter aus drei Schwerpunktbereichen teil: innovative Wasserwirtschaft und -aufbereitung, nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit sowie Datenverarbeitung und Sicherheitsdokumente.
Insgesamt hatten 12 ungarische Unternehmen die Möglichkeit, ihre Aktivitäten und internationalen Erfahrungen auf dem afrikanischen und südostasiatischen Markt zu präsentieren,
so eine Mitteilung der Agentur.
Das Seminar wurde von Vertretern aus Kambodscha, Benin, Marokko, der Demokratischen Republik Kongo, Kanada, Belgien, der Schweiz, Serbien, Senegal, Côte d’Ivoire und Kamerun besucht. Die von den ungarischen Unternehmen vorgestellten innovativen Lösungen stießen bei den Teilnehmern auf großes Interesse.
Laut der Agentur trägt die Veranstaltung wesentlich dazu bei, das internationale Profil ungarischer Unternehmen in den frankophonen Ländern zu schärfen, und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der Region zu schaffen.
vie MTI, hepa.hu, Beitragsbild: MTI/Soós Lajos