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Orbán: „Deutsche Wirtschaft würde ohne Mitteleuropa zusammenbrechen“

Ungarn Heute 2021.09.24.

Der Balkan ist wahrscheinlich „die nächste große Chance“ für die Europäische Union und die Region kann der nächste Wirtschaftsmotor des Blocks werden, sagte Ministerpräsident Viktor Orbán am Freitag in seiner Rede vor der Konferenz der Parlamentspräsidenten der Visegrád-Gruppe und Südosteuropas.

„Wenn die Balkanländer eine Chance bekommen, so wie es auch die Visegrád-Gruppe (bestehend aus den mitteleuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) getan hat, werden sie innerhalb weniger Jahre an Fahrt aufnehmen, ihre Wirtschaft und ihr reales Wachstum stärken und der wirtschaftliche Fortschritt wird von den Balkanländern in die EU kommen“, sagte Viktor Orbán in seiner Rede im ungarischen Parlament.

Die EU-Mitgliedschaft der Balkanländer liegt sogar mehr im Interesse der EU als umgekehrt, nicht nur wegen der Sicherheit des Kontinents, sondern auch im Hinblick auf die wirtschaftlichen Interessen des Westens

so der Ministerpräsident. „Wenn die westeuropäischen Länder die Vitalität und die Bemühungen der Balkanländer in die EU-Wirtschaft nicht kanalisieren, werden sie eine große Chance verpassen“, so Orbán und ermutigte die Balkanländer, ihre Forderungen nach einer EU-Mitgliedschaft mit „größtmöglichem Selbstvertrauen“ vorzubringen.

Laut Orbán wäre die ganze EU viel schwächer, wenn die damaligen westlichen Staats- und Regierungschefs die Gemeinschaft nicht erweitert hätten. Denn, so fügte er hinzu, „das zusätzliche Wachstum und die Leistung kommt derzeit aus den neuen Staaten, aus Mitteleuropa“.

Wären die mitteleuropäischen Länder heute keine Mitglieder der EU, wäre der Lebensstandard im Westen viel niedriger als er jetzt ist

so Orbán. Der Handel zwischen den Ländern der Visegrád-Gruppe und Deutschland ist doppelt so groß wie der zwischen Frankreich und Deutschland und dreimal so groß wie der zwischen Italien und Deutschland, fügte er hinzu. „Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die deutsche Wirtschaft ohne Mitteleuropa zusammenbrechen würde“, sagte er.

Egal wie sehr sich der für die Erweiterung zuständige Kommissar dafür einsetzt, die wirkliche Integration des Balkans erfordert politische und strategische Entscheidungen, die nicht von den Kommissaren und nicht einmal von der Europäischen Kommission getroffen werden, sondern vom Europäischen Rat, der sich aus den Premierministern und Präsidenten der europäischen Länder zusammensetzt, so Orbán weiter.

„Solange sie nicht beschließen, den Balkan zu integrieren, werden wir Teil eines sich immer weiter ausdehnenden Prozesses sein, in dem wir uns in Details verlieren, wobei nicht die strategische Fragen im Mittelpunkt stehen“ fügte er hinzu.

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Laut Orbán wollen die westeuropäischen Staats- und Regierungschefs derzeit keine Erweiterung, was er als „schweren Fehler“ bezeichnete. Gleichzeitig habe Mitteleuropa die Erweiterung kontinuierlich und beharrlich unterstützt.

Der Premierminister schlug vor, dass die V4 und die Balkanländer gemeinsam die bedeutendste Wirtschaftsregion Europas als Ganzes entwickeln sollten.

Wir haben die Chance, dies zu tun, und … es wird der Moment kommen, in dem die Balkanländer für die europäische Wirtschaft genauso wichtig sein werden wie die V4-Länder

sagte Orbán.

Die V4-Länder sehen den Balkan nicht nur als wirtschaftliches Ziel, sondern auch als strategische Chance, die Sicherheit bietet und dazu beiträgt, die sich am dynamischsten entwickelnde Region Europas zu erweitern.

Wir wollen, dass Eisenbahnen, Brücken und Straßen entstehen, dass unsere Energieversorgungsnetze miteinander verbunden werden und dass die Balkanländer nicht nur Empfänger ausländischer Investitionen sind, sondern wettbewerbsfähige Produkte herstellen und dann als Investoren zu uns kommen

sagte er.

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Der ungarische EU-Kommissar für „Nachbarschaft und Erweiterung“, Olivér Várhelyi, sagte auf der Veranstaltung, dass die westlichen Balkanländer einen Platz in der EU haben. Laut Várhelyi ist der Beitritt der westlichen Balkanländer eine soziale, wirtschaftliche, geografische und historische Realität und gleich eine politische Notwendigkeit.