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Budapost: Streit um Impfstoff-Wirksamkeit

Ungarn Heute 2021.04.27.

Nach Ansicht eines regierungsfreundlichen Kommentators beweisen offizielle Daten über die Wirksamkeit von Impfstoffen, dass die östlichen Produkte besser seien als die westlichen. Ein liberaler Analyst hingegen argwöhnt, dass die Daten lediglich Propagandazwecken dienen würden. Presseschau von budapost.de. 

Laut regierungsamtlichen Daten erkranken und sterben diejenigen Ungarn, die das russischen Sputnik V- oder das chinesische Sinopharm-Vakzin erhalten haben, seltener an dem Virus als mit Moderna und Biontech geimpfte Personen.

Gábor Baranyai bezeichnet den Datenbestand als Bestätigung dafür, dass die östlichen Impfstoffe hocheffizient seien. In einem Kommentar für Magyar Nemzet wirft der regierungsnahe Kommentator Oppositionspolitikern vor, sie würden die Ungarn vor einer Sinopharm-Impfung mit dem Argument warnen, das chinesische Vakzin sei nicht ordnungsgemäß geprüft worden.

Regierung veröffentlicht kontroverse Daten über Infektions- und Sterbefälle nach Impfungen
Regierung veröffentlicht kontroverse Daten über Infektions- und Sterbefälle nach Impfungen

Die ungarische Regierung hat kontroverse Daten über die Infektions- und Sterbefälle nach den Impfungen am Sonntag veröffentlicht. Aus der Tabelle ergibt sich, dass der Impfstoff von Pfizer am wenigsten wirksam sei. Katalin Karikó, eine der Entwicklerin der Vakzine schrieb diesbezüglich: „Man muss nicht einmal ein Forscher sein“, um sehen zu können, dass die nebeneinander dargestellten […]Continue reading

Auf Telex macht Dániel Bolcsó geltend, das Datenmaterial der Regierung diene lediglich Propagandazwecken und eigene sich nicht für eine sinnvolle vergleichende Analyse über die Wirksamkeit der in Ungarn verwendeten Impfstoffe. Der liberale Journalist weist darauf hin, dass die verschiedenen Impfstoffe für unterschiedliche Alters- und Risikogruppen verwendet würden. Einige von ihnen seien bereits seit Dezember verimpft worden, andere erst später.
In Anbetracht all dessen verglichen die Daten der Regierung Äpfel mit Birnen, behauptet Bolcsó und verweist auf den Epidemiologen Tamás Ferenci. Demnach könnten die Daten sogar impfkritische Theorien befeuern, da laut der regierungsamtlichen Zusammenstellung mehr als zehn Prozent derjenigen, die das Virus trotz einer Moderna-Impfung erhielten – im Durchschnitt 177 von 100.000 Personen –, sterben würden.

(Titelbild: MTI – Péter Komka)