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Tausende Menschen protestierten gegen die geplante Fudan Universität in Budapest

Ungarn Heute 2021.06.05.

„Ja auf Studentenstadt, nein auf chinesische Mega-Uni“ – unter diesem Motto wurde eine Demonstration in Budapest organisiert. Unter den Rednern war auch der Oberbürgermeister, Gergely Karácsony. Er betonte in seiner Rede: „Der Kampf gegen den Campus der Fudan-Universität ist erster Schritt zur Rückeroberung Ungarns“. Der Demo schlossen sich aller Oppositionsparteien an.

Die ungarische Regierung hat vor, einen Campus für die chinesische Fudan Universität zu bauen. Mit der Investition soll die Einrichtung einer, von der Hauptstadt geplanten „Studentenstadt“ („Diákváros“) in Gefahr kommen. Der Bau der Uni soll zu 80 % durch einen chinesischen Kredit finanziert werden. Dabei sieht die Opposition allerdings vor allem Nachteile.

"Freies-Hongkong-Straße", "Straße der Uigurischen Märtyrer" - Straßen rund um die geplante Fudan-Uni umbenannt

Statt Hídépítő utca (Brückenbaustraße) Dalai-Lama-Straße, statt Helyi Kikötő út (Lokale Hafenstraße) „Straße der Ujgurischen Märtyrer“. Die Stadtverwaltung von Ferencváros (IX. Bezirk von Budapest) hat die umliegenden Straßen umbenannt, in denen die Regierung den Bau der Fudan-Universität plant. Laut dem Sprecher der regierenden Fidesz sollte die Opposition mit den neuen Straßennamen viel mehr an die Ungarn […]Continue reading

Die Demonstranten waren der Meinung, dass das Hauptproblem des Universitätsplans sei, dass der ungarische Staat den Campus mit Steuergeldern finanzieren würde, und wegen der angeblichen hohen Studiengebühren wahrscheinlich nur sehr wenige ungarische Studenten hier studieren könnten.

 „Unser Kampf gegen die Fudan-Uni ist unser erster Schritt, um Ungarn von den Machthabern zurückzuerobern“, sagte der Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony bei der Demonstration vor dem Parlament am Samstag.

Karácsony, der für die Opposition bei den Vorwahlen zum Ministerpräsidenten kandidiert, versprach, die Einrichtung des Campus der Fudan-Universität zu blockieren und gegen jede Angelegenheit vorzugehen, bei der die Regierung „die privilegierten 1 Prozent gegenüber den 99 Prozent bevorzugt“.

Es gibt nichts Zerstörenderes und Abstoßenderes als Macht, die nicht den Interessen der Gesellschaft, sondern nur Privatinteressen dient. Nicht der Ministerpräsident hat ein Land, sondern das Land hat einen Ministerpräsidenten

so Karácsony.

Chinesische Regierung kritisiert Straßenumbenennungen in Budapest
Chinesische Regierung kritisiert Straßenumbenennungen in Budapest

Auch in China stößt die Nachricht auf Kritik, wonach die linksliberale Budapester Stadtverwaltung einige Straßen in solche Namen umbenannt hat, welche für China provokativ sind. Die chinesische Zeitung „Global Times“ hat sogar Oberbürgermeister Gergely Karácsony als „China-feindlich“ bezeichnet. Karácsony kündigte am Mittwoch an, im 9. Bezirk wird es ab jetzt unter anderem auch „Dalai Lama […]Continue reading

Der Bürgermeister kritisierte die Regierung auch dafür, dass sie sich weigere, einen Kredit aufzunehmen, der als Teil des Rettungspakets der Europäischen Union nach der Pandemie angeboten wurde. Aber sie würden sich verschulden, für russische oder chinesische Interessen“, fügte er hinzu.

Die Regierung bezeichnete die Demonstration als „politische Panikmache“. Inzwischen kündigte der Staatssekretär im Ministerium für Innovation und Technologie, dass die Regierung erst nach den Wahlen über den Bau eine Entscheidung treffen werde.

(via 24.hu, Beitragsbild: MTI/Zoltán Balogh)