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Wer am Martinstag keine Gans isst, hungert das ganze Jahr

Ungarn Heute 2019.11.11.

Der 11. November ist St. Martinstag. Es gibt viele Traditionen in Ungarn, die zu diesem Tag gehören. Die bekannteste ist, dass man heute Jungwein trinken und Gänsebraten essen muss. Übrigens sollte man an diesem Tag weder das Haus putzen noch Wäsche waschen. St. Martin stammte aus Ungarn, er wurde in der heutigen westungarischen Stadt „Szombathely“ geboren. 

Der Legende nach beginnt die Geschichte mit Martin, dem Sohn einer römischen Tribüne, der um 316-317 in der Stadt Savaria (Szombathely, Ungarn) in der römischen Provinz Pannonien geboren wurde. Bald kam er in die Heimat des Vaters nach Italien zurück, und musste da 25 Jahre Militärdienst leisten. Während der Kämpfe vertiefte sich sein christlicher Glaube. Nach dem Militärdienst strebte er beim Bischof von Poitiers die Priesterweihe an. Anschließend kehrte er kurzzeitig nach Pannonien zurück.  Er wurde 372 auf Wunsch des Volkes zum Bischof von Tours geweiht.

Statue von St.Martin. from Pixabay Foto: Martin Fuchs from Pixabay

Legende der Martinsgans 

Martin fühlte sich der Ehre nicht würdig, das Bischofsamt anzutreten. Beim Versuch, sich vor der Menge zu verbergen, fand er keinen geeigneten Ort und suchte Zuflucht in einem Gänsestall. Das aufgeregte Geschnatter der Gänse verriet jedoch sein Versteck, so dass Martin gefunden wurde und schließlich das Bischofsamt übernahm. (Via: reisewege-ungarn.de)

Traditionen in Ungarn 

„Wer am Martinstag keine Gans isst, hungert das ganze Jahr“

Der 11. November ist der letzte Festtag vor dem 40-tägigen Weihnachtsfasten, sodass der Martinstag in ganz Ungarn mit großen Festen gefeiert wird. Es war auch üblich, Gänsefleisch, insbesondere von „hinten“, an den Priester zu senden, daher der Begriff „püspökfalat“ („Mundvoll“ eines Bischofs). Nach dem Festessen am Martinstag klingte man normalerweise mit einem „Martinsglas“, mit dem neuen Wein des Jahres. Man glaubte, je mehr man trinkt, desto mehr Kraft und Gesundheit wird er im nächsten Jahr haben.

Die gastronomische Tradition hat sich bis heute fortgesetzt und in vielen Restaurants gibt es daher auch die Gänsetage rund um den St. Martinstag.

Foto: Matěj Vrtil from Pixabay

„Wenn die Gans am Martinstag auf Eis läuft, wird sie zu Weihnachten Wasser schlucken.“ (Wenn die Martinigänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’n.) 

Das Wetter ist von geröstetem Gänsesternum vorhergesagt worden: Wenn der Knochen braun und kurz ist, wird der Winter schlammig, wenn er lang und weiß ist, wird es schneebedeckt sein.

Übrigens wenn St. Martin „auf einem weissen Pferd erscheint“ wird es winterlich kalt und es gibt viel Schnee. Kommt er auf einem „braunen Pferd“ wird es schmuddelig im Winter.

Geschenke am Martinstag

Am Martinstag zahlte der Bauer den Hirten einen sogenannten „Stallsteuer“, während die Hirten den Bauern den „vielzweigigen Martinsrohr“ gaben.

Sankt-Martins-Umzug 

In Ungarn ist Szombathely, die Heimatstadt von Martin, der Ausgangspunkt des Martinsweges. Dieser Pilgerweg führt vom Geburtsort des Heiligen Martin auf verschiedenen Strecken zu seiner Hauptwirkungsstätte nach Tours.

Der Umzug mit Laternen stammt aus deutschen Gebieten, der die Erinnerung an St. Martin bewahrt und den Menschen Licht spendet und gute Taten symbolisiert.

„Márton-nap“ in Etyek

Lokale Weinkeller erwarteten die Besucher mit zahlreichen Programmen und Gänsegerichten in der ungarischen Stadt „Etyek“. Da fand auch der traditionelle „Gänselauf“ zwischen den Rebstöcken statt.

Foto: MTI Tamás Vasvári

(Via: https://reisewege-ungarn.de/, wikipedia.org, Beitragsbild: Martinstag in Etyek, Foto: MTI – Tamás Vasvári)