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Coronavirus: physikalische und mentale Effekte untersucht

Ungarn Heute 2020.05.12.

75 Länder, 200 Forscher und mehrere internationale und nationale Organisationen nehmen am Projekt teil, die die physikalischen und mentalen Effekte untersuchen, die durch Coronavirus und epidemiologische Situation verursacht wurden. In Ungarn wird die Untersuchung unter Leitung von Dr. István Bitter, Professor Emeritus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie durchgeführt.

Während in Ungarn am 1. Mai die landesweite, repräsentative Coronavirus-Untersuchung startete – wodurch ein genaues Bild über Verbreitung der Epidemie gestaltet werden kann, wurde unter Name Collaborative Outcomes study on Health and Functioning during Infection Times“ (COH-FIT) eine internationale Umfrage in die Wege geleitet, die die physikalischen und mentalen Wirkung des Coronavirus und der Epidemie auf Menschen untersucht. Seit 1. Mai 2020 ist die ungarische Version der internationalen Umfrage auch erreichbar.

Das Ausfüllen der Online- und anonymen Umfrage dauert nur 30-35 Minuten – sagte Dr. István Bitter, Professor Emeritus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Forschungsleiter in Ungarn. In der Umfrage, die aus drei Teilen besteht, müssen die Teilnehmer neben Fragen bezüglich demographischer Angaben auch Fragen, – die sich auf Betroffenheit wegen Coronavirus, sowie auf physikalische und mentale Effekte, soziale Kontakte und Aktivität beziehen – auch beantworten. Im Thema Gefühle, Gedanken und Zustand werden Fragen zweimal gestellt – einmal bezüglich Periode vor und auch nach der Pandemie.  Somit kann festgestellt werden, was für Änderungen die Pandemie in unser Leben mit sich brachte – erklärte Dr. Isván Bitter.

Der Projekt trägt nicht nur zur Verminderung schädlicher Auswirkungen der gegenwärtigen Coronavirus-Epidemie sowie zur Vorbeugung solcher Folgenerscheinungen bei, sondern kann wertvolle Daten liefern, die zur Planung nötiger Interventionen gegen entstehende somatische und mentale Krankheiten wegen Epidemie wichtig sein können.

Beim Auftreten solcher, viele von uns betreffender, auch zum Tode führender Krankheiten wissen wir wohl, dass sie auch ernste körperliche und mentale Konsequenzen haben können. Bei Naturkatastrophen wurde z.B. beobachtet, dass sich dabei die schon vorhandenen chronischen Krankheiten und mentale Problemen von vielen Menschen verschlechtern können; bei Anderen  bilden sich solche Krankheiten gerade um diese Zeit heraus. Deshalb ist es wichtig, auch diese Aspekte der Pandemie zu untersuchen

erklärte Dr. István Bitter. Daneben ist dies eine gute Gelegenheit, wenn die Betroffenen über ihren eigenen Zustand, über Änderungen in ihrem Leben und in ihren physikalisch-mentalen Funktionen berichten können. Die im Gesundheitswesen tätigen Mitarbeiter sind von der Pandemie stärker betroffen, und im Rahmen dieser Befragung können auch sie über ihren Zustand anonym berichten – fügte der Professor noch dazu.

Laut Dr. István Bitter ist nicht nur das Ausfüllen des Fragebogens wichtig, sondern auch, dass in kürzester Zeit so viele Menschen wie möglich an der Untersuchung teilnehmen: Die COH-FIT überprüft ja die Situation vor Beschränkungen, in dem über Ereignisse zwei Wochen davor gefragt sind. Die Beschränkungen werden aber in der Hauptstadt und auf dem Lande in unterschiedlicher Zeit aufgelöst; so kann es vorkommen, dass die sich auf die letzten zwei Wochen beziehenden Fragen in der Zeit der Befragung nicht die Situation vor Beschränkungen betreffen. Je mehr Menschen an der Befragung teilnehmen, desto mehr können wir uns auf Vorbeugung und Bekämpfung schädlicher gesundheitlicher Folgen der Epidemie vorbereiten – betonte Dr. István Bitter.

Am COH-FIT Projekt nehmen 200 Forscher und mehrere internationale und nationale Organisationen teil. Förderer des Projekts sind unter anderen die Zucker Universität für Medizin (Hofstra/Northwell, NY, USA), das Feinstein Medizinische Forschungsinstitut (New York, NY, USA), das Institut für Neurowissenschaften in Padua, das Europäische Kollegium für Neuropsychopharmakologie (ECNP) der Network-Group für psychische Störungen und Promotion psychischer Gesundheit (PMD-MHP Network Group). Die Umfrage wurde bisher von 9600 Personen aus 75 Ländern der 6 Kontinenten ausgefüllt.

(Via: Ádám Szabó – semmelweis.hu, Photo: Gerd Altmann – Pixabay, Übersetzung: Judit Szlovák)