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Epidemiologe: Zehntausende könnten in Ungarn wegen Omikron hospitalisiert werden

Zsófia Nagy-Vargha 2022.01.06.

Aktuellen Schätzungen zufolge könnten bis zu 2,5-3 Millionen Menschen in Ungarn mit der neuen Corona-Variante infiziert sein. Die Daten zeigen zunächst, dass eine signifikante Verbreitung der Omikron-Mutation schon gleich nach Weihnachten begonnen hatte, sagte Epidemiologe Gábor Vattay gegenüber dem Fernsehsender ATV. 

Der Leiter des Lehrstuhls für Physik komplexer Systeme an der ELTE fügte hinzu: „Man kann es anhand der bekannten Zahlen nicht bemerken, aber Omikron breitet sich in Ungarn seit etwa zehn Tagen aus“.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass diese Variante des Virus bereits für fast 80 Prozent der Fälle in der Hauptstadt verantwortlich sein könnte. Gábor Vattay schätzt diesen Anteil auf nationaler Ebene auf etwa 60 Prozent, aber die absoluten Zahlen sind nicht eindeutig, da die Delta-Welle schnell abnimmt, aber an der „Spitze“ sich bereits Omikron befindet.

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Der Physiker und epidemiologische Modellierer erklärte, dass Omikron zwar mildere Symptome als Delta verursacht, aber viel mehr Menschen infiziert werden. Nach aktuellen Schätzungen könnten in Ungarn bis zu 2,5 bis 3 Millionen Menschen infiziert werden, von denen aber nur ein Bruchteil als offizielle Fälle in der Statistik erscheinen werden. Vattay geht davon aus, dass wir nicht einmal den Spitzenwert messen können, weil nicht so viele Tests durchgeführt werden. An den schlimmsten Tagen könnte dies 50-60-70.000 Fälle bedeuten und bis zu 30.000 Menschen könnten wegen Omikron ins Krankenhaus eingeliefert werden.

In den ersten Januartagen ist die Zahl der Patienten, die mit Atemwegssymptomen ihren Hausarzt aufsuchten, deutlich gestiegen, was darauf hindeutet, dass die vierte und die fünfte Welle des Coronavirus fast vollständig zusammenfallen, so Szabolcs Békássy, Präsident der Online-Organisation der Allgemeinmediziner, gegenüber Inforadio.

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Hintergrund ist die rasante, explosionsartige Ausbreitung der Omikron-Variante aus Südafrika, so der Facharzt. Szabolcs Békássy fügte hinzu, dass die Aufgabe der Praxen auch im Hinblick auf die Differentialdiagnose immer schwieriger wird.

(Titelbild: Pixabay)