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Interaktiver Bus tourt anlässlich des Petőfi-Gedenkjahres durch das Karpatenbecken

Zsófia Nagy-Vargha 2021.06.01.
FIZETŐS

Unter anderem wird ein sogenannter „interaktiver Petőfi-Bus“ während des Petőfi-Gedenkjahres 2022-2023 durch das Karpatenbecken touren. Die ungarische Regierung hat 9 Milliarden Forint (25,9 Mio. Euro) zur Finanzierung des Gedenkjahres zum zweihundertsten Geburtstag des Dichters und Revolutionärs Sándor Petőfi in den Jahren 2022-2023 bereitgestellt.

„Der 200. Geburtstag des legendären Dichters ist eine gute Gelegenheit, sich mit den Ereignissen und Folgen seiner Ära auseinanderzusetzen“, sagte der Minister für Humanressourcen, Miklós Kásler.

Die Gelder werden auf die Unterstützung von Museen außerhalb Budapests und auf die Entwicklung von literarischen Gedenkstätten aufgeteilt.

15. März: Sándor Petőfis Nemzeti Dal (Nationales Lied), Ungarns berühmtestes Gedicht
15. März: Sándor Petőfis Nemzeti Dal (Nationales Lied), Ungarns berühmtestes Gedicht

Vor 172 Jahren, am 15. März 1848, las der junge Dichter und Revolutionär Sándor Petőfi der versammelten Menge in der Innenstadt von Budapest ein Gedicht vor. Am Ende des Gedichts sangen alle gemeinsam den Refrain, als sie begannen, durch die Stadt zu marschieren, die Presse zu ergreifen, politische Gefangene zu befreien und das Ende der […]Continue reading

Zu den vorläufigen Plänen für das Gedenkjahr gehört die Neugestaltung der Petőfi-Ausstellung im Petőfi-Literaturmuseum und in den nahe gelegenen Károlyi-Gärten in der Budapester Innenstadt. Und auch ein interaktiver „Petőfi-Bus“ wird durch das Karpatenbecken touren.

Gastrorevolution 1848
Gastrorevolution 1848

Die Ausgangsorte von Revolutionen und Aufständen haben im Laufe der Geschichte immer eine entscheidende Rolle gespielt. In vielen Fällen war dieser Ort eine Universität, wenn wir uns an die Revolution von 1956 und die Budapester Technischen Universität denken. Der Ort kann auch eine Kneipe sein, wie es beim Münchner Bierputsch 1923 der Fall war, und […]Continue reading

Laut des Direktors des Budapester Petőfi Museums verkörpert das Schicksal und die Karriere von Petőfi alles, was die Geburt der ungarischen, muttersprachlichen Kultur, die Bildung der modernen ungarischen Nation und die Stärkung unserer kulturellen Institutionen in der Reformzeit bedeutete. Er sagte, dass die Zweihundertjahrfeier den Wert der hunderten öffentlichen Sammlungen der ungarischen Museen im Karpatenbecken zur Geltung bringen würde und auch eine Gelegenheit wäre, die literarischen Gedenkhäuser und Gedenkstätten zu erneuern, die in erster Linie mit der Reformära verbunden sind.

Fact

Geboren wurde Sándor Petőfi in der Ortschaft Kiskőrös, mitten in der Ungarischen Tiefebene, von Eltern, die den slawischen Namen Petrovics führten. Der Vater war vollwertiger Ungar, die Mutter, Maria Hruz, eine frühere Dienstmagd, legte erst allmählich die slowakische Muttersprache ab. István Petrovics war Schlächter, Gastwirt und Pächter, der Wert darauf legte, daß sein Erstgeborener lernt und in den höheren Stand der Intelligenz aufsteige. Er ließ ihn in mehrere Schulen gehen, solange er es erschwingen konnte. Später hatte er mit seinen Geschäften Unglück, und mußte auch dulden, daß sein Sohn von der Schulbank zum Theater weglief. Nicht viel später meldete sich der mittellose Siebzehnjährige zum Militär. Dem schweren Dienst nicht gewachsen, wurde er nach zwei Jahren entlassen, ging wieder zur Schule, dann wieder zur Schauspielerei, und durchwanderte das Land. Inzwischen dichtete er, schrieb Lieder im Volkston, von denen das eine und andere in einer Zeitschrift gedruckt wurde. Nach einem krank durchlittenen und durchhungerten Winter in Debrecen (Stadt in Ostungarn) wanderte er nach Pest – mit einem Packen Gedichte im Ranzen. Er lieh sich einen Anzug und stellte sich in diesem dem großen Dichter Vörösmarty vor. Dem gefielen seine Gedichte, er brachte eine Buchausgabe zustande und verhalf Petőfi zu einer Anstellung als Hilfsredakteur bei einer Zeitschrift. In kurzer Zeit wurde Petőfi im ganzen Land bekannt – als Dichter. Die ersten Erfolge kamen daher, daß Petőfi einen neuen Ton anschlug, einen volkstümlichen, den jeder verstand, und der jeden ansprach – sehr zum Ärger der konservativen Kritiker. (via: mek.oszk.hu

12 Punkte der ungarischen Revolutionäre von 1848
12 Punkte der ungarischen Revolutionäre von 1848

Die revolutionäre Welle aus Paris erreichte rasch, nur in zwei Tagen das Zentrum des intellektuellen Lebens der Ungarn. Die Hauptorganisatoren der Pest-Bewegung waren junge Intellektuelle (Sándor Petőfi, Pál Vasvári, Mór Jókai). Laut Petőfis Tagebuch wurde der „Aktionsplan“ der Revolution im Pilvax-Café geboren (die Zwölf Punkte), die ihre Forderungen zusammenfassten. Hier schrieb Petőfi das berühmte revolutionäre […]Continue reading

Petőfi ist der ungarische Dichter, den man in allen Ländern kennt. Er ist der ungarische Liebling der Götter. Ihm gaben sie alles, damit er ein großer Dichter wurde, Talent, Historie, Schicksal. Er lebte sechsundzwanzig Jahre und ließ ein Lebenswerk von Weltmaßstab zurück. Überdies erhielt er, was außer ihm vielleicht nur Byron zuteil wurde: den zum Symbol erhebenden, mythisch verklärenden, das Werk für alle Zeiten beglaubigenden Tod. Der Dichter der Freiheit und der Liebe, des Glaubens an das Leben, fiel auf dem Schlachtfeld als Kämpfer für die Freiheit. Genie und Dichterschicksal, die hehrste Vision der Romantiker, fanden in ihm ihre Verkörperung“ steht im „Handbuch der ungarischen Literaer“ (Herausg. Tibor Klaniczay). Der Autor fügt hinzu: Petőfi kam – als die Zeit dafür reif war – und er kam dorthin, wo der Dichter der Volksstimme, der Dichter der Revolution hinkommen mußte.“

Gedichte von Petőfi in deutscher Sprache finden Sie HIER. 

(Via: mti.hu, Titelbild: MTVA/Bizományosi: Faludi Imre)