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Reaktion der Oppositionsparteien auf die Szájer-Affäre

Ungarn Heute 2020.12.02.
FIZETŐS

Alle ungarische Parteien haben schon am Dienstag auf die Szájer-Affäre reagiert. Der Fidesz-Europaabgeordnete József Szájer kündigte am 29. November seinen Rücktritt als EP-Abgeordneter an. Zwei Tage später berichteten belgische Zeitungen, dass ein ungarisches Mitglied des Europäischen Parlaments an einer Sexparty in Brüssel teilgenommen habe, die aufgrund durch die Epidemie auferlegten Beschränkungen von der Polizei aufgelöst worden sei. Die Demokratische Koalition hat das christlich-konservative Engagement der Regierungspartei in Frage gestellt, laut der Partei Momentum sei der Skandal Szájers die „totale Pleite von Fidesz“.

Die Demokratische Koalition schrieb auf ihrer Social-Media-Seite, dass dieser Fall typisch für die Politiker von Fidesz sei: Sie gehen zu Sex-Partys und konsumieren Drogen, während ihre Frauen und ihre Kinder zu Hause auf sie warten.

Fidesz-Europaabgeordneter Szájer: "Ja, ich nahm an der privaten Party in Brüssel teil"
Fidesz-Europaabgeordneter Szájer:

Der Fidesz-Europaabgeordnete József Szájer veröffentlichte am Dienstagnachmittag eine Stellungnahme, in der er bestätigt, dass er am letzten Freitag trotz der Ausgangssperre, an einer privaten Party in Brüssel gewesen und dass er von der Polizei mündlich verwarnt worden war. Die Polizei in Belgien hat Medienberichten zufolge eine gegen Corona-Bestimmungen verstoßende Orgie aufgelöst, bei der auch ein […]Continue reading

Zu ihrer Social-Media-Post fügte Jobbik die Hashtags „Orgie“, „Drogen“ und „Prostituierte“ zu. Der Europaabgeordnete der Partei, Márton Gyöngyösi schrieb, dass sich über einen weiteren Fidesz-Politiker herausstellt, dass er die so oft erwähnte christlich-konservative Moral für sich selbst nicht als verbindlich halte.

Nincs két Fidesz – Borkai és Kaleta után újabb fideszesről derült ki dicstelen módon, hogy ő bizony azokat a pártja…

Közzétette: Gyöngyösi Márton – 2020. december 1., kedd

Die Partei Momentum hält es für inakzeptabel, dass in Zeiten, wenn die Zahl der Corona-Opfer täglich steige sowie in ganz Europa drastische Einschränkungen für die Rettung von Menschenleben notwendig seien, ein Politiker glaube, dass er über dem Gesetzt stehe.

Die Sozialisten (MSZP) stellten die Glaubwürdigkeit der Familienpolitik von Fidesz in Frage und fügten hinzu, dass der Kern ihres Systems „die Lüge“ sei.

Auch die Grünen reagierten auf die Affäre. Co-Vorsitzende der Partei Erzsébet Schmuck schrieb in einer Erklärung: „Fidesz zwingt auch seine eigenen Politiker, in Lüge zu leben. Es muss beendet werden!“

Előd Novák, Vizepräsident der „Mi hazánk mozgalom“ schrieb auf seiner Facebook-Seite: „Es wurde erneut bewiesen, dass Fidesz tatsächlich eine pseudo-christliche, pseudo-nationale Partei ist, die sich als eine rechte Partei präsentiert, um ihre eigene Macht zu bewahren“.

(Beitragsbild: MTI – Szilárd Koszticsák)