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Ungarn gedenkt den Opfern des Kommunismus

Ungarn Heute 2020.02.25.

Ungarn gedenkt heute den Opfern des Kommunismus, denen, die vom kommunistischen Regime hingerichtet und inhaftiert wurden, sowie das ganze Leben durch den Klassenkampf ruiniert wurde.

Über den Gedenktag

Das ungarische Parlament erklärte 2000 den 25. Februar zum Gedenktag für die Opfer des kommunistischen Regimes. An diesem Tag wurde 1947 Béla Kovács, der Generalsekretär der Unabhängigen Kleinbauernpartei verhaftet und in die Sowjetunion deportiert. Die emblematische Verhaftung des Politikers war der erste Schritt in einem geplanten Prozess, mit dem die Kommunistische Partei auf die Errichtung einer totalen Parteidiktatur zusteuerte, indem sie alle Gegner eliminierte.

Fact

Béla Kovács: Nachdem Béla Kovács zwei Jahre lang das Amt des Generalsekretärs der Partei der Kleinen Landwirte ausübte, wurde er am 25. Februar 1947 von der sowjetischen Polizei verhaftet. Ohne ihm einen Prozess zu machen, wurde er in eines der gefürchteten Lager in Sibirien gebracht und sollte dort über einen Zeitraum von zwanzig Jahren Zwangsarbeit verrichten. Kovács wurde vorgeworfen, er habe eine Verschwörung gegen die Republik geplant. Nach acht Jahren in sibirischen Lagern wurde er 1955 von der Sowjetunion wieder zurück nach Ungarn gebracht. Mittlerweile hatte sich die Situation bezüglich des Umgangs mit innerländischen Gegnern in Russland durch den Tod Stalins verbessert. Im April 1956 folgte die Freilassung von Béla Kovács. Letzte Lebensjahre: Im Jahre 1956 tobte in Ungarn der Volksaufstand. Dabei erhoben sich gesellschaftliche Kräfte gegen die kommunistischen Machthaber und die sowjetische Besatzungsmacht. Während dieser Revolution war Béla Kovács mitverantwortlich für die Neugründung Partei der Kleinen Landwirte und wurde Präsident der Partei. Ebenfalls bekleidete er während des Volksaufstandes die Position des Landwirtschaftsministers in der Regierung von Imre Nagy. Er verhandelte mit János Kádár über einen Ausgleich der mit der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei, deren Präsident Kádár war. Nachdem der Volksaufstand von sowjetischen Truppen niedergeschlagen wurde, versank Kovács zunächst in der politischen Bedeutungslosigkeit, ehe er 1958 Parlamentsabgeordneter wurde. Diesen Job konnte er jedoch wegen gesundheitlicher Probleme, die Folge seiner sowjetischen Gefangenschaft waren, nicht mehr ausüben. Er starb am 21. Juni 1959 an den Spätfolgen seiner Gefangenschaft in Sibirien. (Via: wikipedia.org)

„Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik.“ (Josef Stalin) 

Die Zahl der Todesopfer kommunistischer Diktaturen wird weltweit auf 100 Millionen geschätzt. In Mittel- und Osteuropa erreicht ihre Zahl 1 Million. So viele haben ihr Leben durch Hungersnot, Zwangsarbeit oder brutale Hinrichtungen verloren.

Die physische und psychologische Unterdrückung in der alltäglichen Realität der Diktatur erreichte doch viel Mehr. Diejenigen, die verhört und gefoltert, stigmatisiert, ausgeschlossen oder inhaftiert, wegen ihrer politischen oder religiösen Zugehörigkeit verfolgt wurden, waren ebenfalls Opfer des Systems.

25.02.2020.

Im Rahmen der Gedenkfeierlichkeiten steht das Museum „Haus des Terrors“ in Budapest den ganzen Tag für Geschichtsunterricht und Führungen zur Verfügung. Es bestand den ganzen Tag die Möglichkeit rund um das „Haus des Terrors“ Kerzen anzuzünden.

Haus des Terrors: Gefängnis- und Folterzellen schockieren ausländische Journalisten

Das zentrale Gedenken wird vom Kanzleramtsminister Gergely Gulyás und Mária Schmidt, Direktor des Museums „Haus des Terrors“, gehalten.

(Via: mti.hu, wikipedia.org, kormany.hu, Beitragsbild: MTI – Balázs Mohai)